Kunst im Dolder Bad @ Kunst im Dolder Bad, Zurich [vom 1. Juni bis 22. Juli]

Kunst im Dolder Bad


83
1.
Jun.
 
- 22.
Jul.
11:00 - 20:00

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Kunst im Dolder Bad
Adlisbergstrasse 36, 8044 Zürich, Switzerland
Kunst im Dolder Bad 2018

1. Juni — 1. September

Mit:

Peter Baracchi | Bild, Objekt, Installation
Lausen | Fotografie, Objekt, Installation
Paolo Rossi | Malerei, Objekt, Installation
Teresa Sakura | Collage, Installation
André Schmucki | Malerei, Installation
Nicola van Zijl | Fotografie, Objekt, Installation
Simon Villiger | Fotografie, Installation
Kerstin Wittenberg | Malerei, Installation
kuratiert von Martin Gut

Peter Baracchi (*1982) beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Phänomenen unserer modernen westlichen Konsumgesellschaft und deren «Nebenwirkungen». Die Thematik gibt jeweils die Materialität vor und wechselt entsprechend je nach Projekt. Obwohl er Kunst nicht mit den Mitteln der Fotografie schafft, hat er stets einen fotografischen Blick, welcher ein Phänomen auf ein einziges Bild, eine Installation oder eine Geste reduziert. Beispielsweise sammelte er unzählige Urlaubsfotos aus dem Internet und überlagerte diese so, dass jedes einzelne seinen kleinen Beitrag zu einem Ganzen beisteuert, um eine Art Realität abzubilden.

Für Lausen (*1983) ist Kunst ihr Weg, sich mit Architektur kompromisslos auseinanderzusetzen. Volumen und Formen, Strukturen und Materialien, Licht und Schatten sowie das Empfinden dieser Elemente sind Thema von Lausens Auseinandersetzung. Diese Bausteine setzt sie in eine Beziehung zueinander, um Raumphänomene sichtbar zu machen. Der Ausdruck ihrer Vorstellungen als Dialog von Raum und Wahrnehmung. Mit den Augen denkend und ihrer Innenwelt nachspürend, erbaut sie das Erfahrene in Objekt, Bild und Text!

Paolo Rossis (*1954) thematische Klammer, welche sein Werk zusammenhält, ist Respekt vor den Kräften der Natur und der Kompromisslosigkeit der verstreichenden Zeit. Er schafft, manchmal mit banalen Gegenständen wie beispielsweise Teppichen, Folien oder Pigmenten, einen meist temporären Blick auf diese Kräfte, die uns umgeben, betten, töten, aber auch Heimat schenken. Paolo Rossi arbeitet nicht alleine: Das, was er abbildet, ist stets Mitautor – sei dies der Zufall durch Schwerkraft, die Zeit durch Schnecken oder Durchblick und Luft durch transparente Folien.

Teresa Sakura (*1985) versteht ihre Kunst als «Naiven Realismus». Tatsächlich aber setzt sie dem Ernst der Welt ihren Humor als verspielte Collagen entgegen. Was auf den ersten Blick naiv wirkt, entpuppt sich auf den zweiten als tiefgründige Auseinandersetzung und auf den dritten als Strategie derer, welche das Glas stets halb voll wissen, jeder Tragik ihren Sarkasmus entlocken oder eben dem Ernst mit Humor begegnen.
André Schmuckis (*1967) Bilderwelten scheinen einer vergangenen Zeit entsprungen und behandeln den Menschen in seiner Umwelt im Umgang mit Technik und Zeit. Er verwendet klassische Ölmaltechniken, die er sich selbst beigebracht hat. Die Figuren, Räume und Gegenstände findet er in Fotos und Ausschnitten alter Filme. Häufig werden Szenen dargestellt, die zugleich realistisch und unbestimmt wirken. Früher schuf er Abbildungen wie der Erinnerung an einen Traum entstiegen, welche das ganze Erleben auf ein einziges verschwommenes Bild reduzierten. In den aktuellen Arbeiten schafft er surreale, collagenhafte Welten, die sich einer Symbolik des Unterbewussten zu bedienen scheinen.

Nicola van Zijls (*1968) Inspiration ist der Alltag mit seinen Kulturgegenständen, seinen Gesten und Bedeutungen. Ihre Methode ist das Sammeln, beispielsweise von Vasen, um die Sammelobjekte zu zerstören und schliesslich neu anzuordnen, sei dies in Setzkästen oder skulptural als Scherbenhaufen. Oft sucht sie nach dem Nebensächlichen, Banalen in ihrem Alltag, um darin etwas Existenzielles aufzuspüren und anklingen zu lassen. Mit Blick auf die spitzigen Splitter und die Doppelbödigkeiten des Alltäglichen stellt Nicola van Zijl eine Symbolik in den Kunstraum, um von den Bedingungen des Daseins und ihrer Fragilität metaphernhaft zu erzählen.

Simon Villigers (*1978) künstlerische Wurzeln entstammen der Reise- und Street-Fotografie. Sein immer wiederkehrender Drang nach Abenteuern, Erkenntnissen, Begegnungen und dem Bedürfnis, durch Zufälligkeiten ein Bild zu erahnen und mit Beharrlichkeit und Geduld dieses festzuhalten, treibt ihn immer wieder hinaus unter die Menschen, hierzulande, aber auch im asiatischen Raum. Ihm geht es um die Darstellung einer Wahrhaftigkeit. So schuf er nebst unzähligen Bildern von Menschen, vertieft in ihre Tätigkeiten und Kulturen, eine Videoarbeit, in der unzählige Menschen darüber sinnieren, was Liebe ist. Sein Langzeitprojekt «Forgotten Food» reflektiert weiter unseren verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln, gepaart mit einem voyeuristisch-faszinierten Blick auf die wunderlichen, farbenfrohen Prozesse der Verwesung.

Kerstin Wittenberg (*1970) setzt sich in ihrer Malerei immer wieder mit Themen auseinander, die
um die Beziehung zwischen Natur und Mensch in der modernen Gesellschaft kreisen. Dabei arbeitet sie mit gebrauchtem, verwittertem Holz, welches als Symbol für organisches Leben und seine Vergänglichkeit im Gegensatz zur fortschrittlichen und künstlichen Lebensweise unserer westlichen Gesellschaft steht. Ihre Motive dokumentieren unser banales Sein im modernen Alltag, beispielsweise im Bus stehende oder beim Coiffeur sitzende Personen. Die Farben trägt sie direkt auf die unbehandelte Holzoberfläche auf. Holzmaserung und Farbe vermischen sich, das eine wird Teil des anderen, und diese Kombination gestaltet die Malerei.

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Midissage

Samstag, 28. Juli 2018, 19.00 Uhr
Einführende Worte von Max Christian Graeff
Musikalische Einwürfe von Claudia Kienzler, Bratsche

Öffentliche Führung und Gespräch:

Samstag, 23. Juni 2018, 19.00 Uhr mit:
Paolo Rossi, Teresa Sakura, Nicola van Zijl

Samstag, 14. Juli 2018, 19.00 Uhr mit:
André Schmucki, Simon Villiger, Kerstin Wittenberg

Samstag, 11. August 2018, 19.00 Uhr mit:
Peter Baracchi, Lausen

Finissage

Samstag, 1. September 2018, 19.00 Uhr
Mit der Artpriceomat Kunstpreisvergabe

Vorprogramm

Bei allen Anlässen ab 18.00 Uhr «dîner de dolderbad»
Bitte reservieren auf [email protected]
(für Programm selber muss nicht reserviert werden)

Workshop

Buchen Sie einen Workshop eines unserer Kunstschaffenden.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 11.00 bis 20.00 Uhr
Samstag und Sonntag 10.00 bis 20.00 Uhr
Änderungen gemäss Witterung
Eintritt frei, voten Sie stattdessen am Artpriceomat.

Ort:

Dolder Sports
Adlisbergstrasse 36
8044 Zürich
doldersports.com

Anreise:

Tram 3, 8 oder 15 bis Römerhof.
Vom Römerhof mit der Zahnradbahn bis zur Bergstation Dolderbahn, von dort zu Fuss bis zum Dolder Bad.
Auto: den Wegweisern Zoo und Dolder folgen.
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